Am Samstag ist die 7. „Marburg-Open“ – unser jährlicher Segelflugwettbewerb am Flugplatz Cölbe-
Schönstadt zu Ende gegangen. Unter der sportlichen Leitung des zweifachen Segelflugweltmeisters
Werner Meuser traten 69 Flugzeuge in der Club-, Standard, 18m und Doppelsitzer-Klasse an. Nach
einer langen Periode mit gutem Segelflugwetter im Mai, spielte uns Petrus zum Wettbewerb einen
Streich. Nur an 3 Tagen konnte geflogen werden. Die Doppelsitzerklasse konnte sogar nur an zwei
Tagen gewertet werden.
Der Wettbewerb war im Januar bereits einen Tag nach Anmeldestart ausgebucht. Ein Zeichen dafür,
dass unser Konzept eines unkomplizierten Wettbewerbs für Nachwuchs und alte Hasen aufgeht. Der
jüngste Teilnehmer war 17, der älteste Pilot 73. Die Vereine des Bezirks Kassel Nord und Kassel Süd
nutzten den Wettbewerb als Bezirksmeisterschaft für die Club- und Standardklasse. Dazu gesellten
sich Pilotinnen und Piloten aus ganz Deutschland und den Niederlanden. Viele Teilnehmer kommen
bereits seit vielen Jahren ins mittelhessische Schönstadt. Darunter z.B. Annette Klossok, Mitglied der
Frauen-Nationalmannschaft und Ulf Merbold, der ehemalige ESA Astronaut.
Am Abend des 5. Juni begrüßte unser Vorsitzender Dr. Jürgen Schütt die Teilnehmer im
Eröffnungsbriefing zu unserem 100 jährigen Vereinsjubiläum. 1909 gründete der Wissenschaftler und
Grönlandforscher Alfred Wegener den „Kurhessischen Verein für Luftfahrt“ zur ehrgeizigen
Finanzierung eines Gasballons für die Atmosphärenforschung. Heute stehen uns Satellitenbilder und
genaue Vorhersagen des DWD zur Vorbereitung der Tagesaufgaben zur Verfügung.
Am 6. Juni, unserem ersten Wettbewerbstag regnete es leider und es konnte nicht geflogen werden.
Am 7. Juni hofften wir auf eine Wetterbesserung und neutralisierten erst nach einem zweiten Briefing.
Der Nachmittag bot bei relativ niedriger Basis Gelegenheit für Trainings-Flüge, bevor uns gegen
Abend eine Schlechtwetterfront erreichte.
Am Montag bot sich schließlich ein nutzbares Wetterfenster für kleinere Aufgaben in Richtung
Weilburg, Hünfeld, Edersee und zurück. Nach 70 Minuten hatten die sieben Schleppflugzeuge alle
Segelflugzeuge in 600m über den Flugplatz gezogen. Am Ende des Tages schafften es nur zwei der elf
Doppelsitzer im Segelflug zurück zum Platz. In der Standardklasse schafften 5 von 12 Flugzeugen die
Aufgabe. Bei den 18m Fliegern waren es 13 von 25, in der Clubklasse waren es 5 von 21 Flugzeugen.
Die restlichen Flugzeuge landeten unterwegs und kehrten im Anhänger oder mittels Rückschlepp
zurück.
Am 9. Juni konnte wegen einer nahenden Gewitterfront nicht geflogen werden. Zunächst hatten wir
auf ein Wetterfenster gehofft. Zum zweiten Briefing zeichnete sich aber ab, dass sich die Gewitterfront
mit Hagel im Westen zu schnell näherte. Unser Flugplatz und der Campingplatz der Teilnehmer
blieben glücklicherweise verschont.
Bis inklusive Donnerstag blieb es regnerisch und gewittrig. Auch am Donnerstag blieben wir von den
starken Gewittern verschont. Alternativ organisierten wir ein Kart-Rennen in Sinn und ein
Bowlingturnier in Marburg.
Am 12. Juni hatte das Bangen um das Wetter ein Ende. Wir konnten endlich wieder fliegen. An
diesem Tag war der starke Wind die große Herausforderung. Beim Start wehte er den Schlepp-
Gespannen kräftig von der Seite. Am Himmel sorgte er für zerrissene Thermik. Etliche Segler mussten
ein zweites Mal starten, nachdem sie nach dem ersten Schlepp keinen Anschluss mehr an die Thermik
gefunden hatten. Die Ka6 aus der Clubklasse – ein leichtes Holzflugzeug aus den sechziger Jahren –
startete erst gar nicht mehr nach dem missglückten ersten Versuch. Da sich das nutzbare Wetter erst
spät eingestellt hatte, und die Doppelsitzer als letzte Klasse gestartet waren, wurde es für sie schon
spät. Der Abflug hätte erst gegen 16:00 freigegeben werden können. Deshalb wurde für diese Klasse
neutralisiert.