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Mit der D-EXEL nach Paris

Von Ernst Martin, Juni 2003

Die Vorbereitung dauert fast länger als der Flug. Der Luftraum über Frankreich ist wegen der vielen militärischen Beschränkungsgebiete für VFR-Flieger kompliziert. Dies gilt nicht für Paris: Hier reicht der Luftraum A (für VFR verboten) bis zum Boden. Trotzdem planen wir zunächst, Le Bourget anzufliegen (südlich von Charles de Gaulle und fast noch im Stadtgebiet), denn es gibt VFR-Durchflugstrecken dorthin. Ein Anruf dorthin führt aber zu einer Änderung des Plans. Man benötigt eine vorherige Genehmigung für den Anflug, zu beantragen per Fax mit Begründung, Dauer des Aufenthalts etc. VFR-Verkehr ist nicht erwüscht.

Wir entscheiden uns deshalb für Longes im Osten von Paris, zwischen der Stadt und Disney Land.

Wir entscheiden uns für den Einflug nach Frankreich südlich von Luxemburg. Dort gibt es einen etwa fünf Meilen breiten Korridor, in dem man "nur" ein militärisches Tieffluggebiet bis 2900 ft. unter sich hat. Wir fliegen über Koblenz an der Mosel entlang bis Trier und drehen dann nach Süden bis Merzig, von dort mit 270 Grad zum VOR MMD.

Es zeigt sich, dass das GPS der EXEL mal ein Update braucht, dieses VOR ist dort nur unter seiner früheren Bezeichnung bekannt.

Während FIS Langen am Freitagnachmittag vor Pfingsten hektischen Betrieb hat, herrscht nach Grenzübertritt bei Reims und auch später bei Paris North fast Funkstille. Der Service ist hier längst nicht so umfassend wie bei uns. Dies zeigt sich, als wir kurz darauf einer Gewitterzelle ausweichen müssen. Mit unserer Mitteilung, dass wir die Flugrute ändern, kann Paris North offensichtlich nichts anfangen und so entscheiden wir selbst, uns bei Reims direkt zu melden, weil wir wetterbedingt in die Kontrollzone über dem Militärflughafen einfliegen müssen. Dort ist man sehr nett und verabschiedet sich später mit einem "Tschüß".

Beim VOR CLM müssen wir auf unter 1500 Fuß sinken, weil darüber der Luftraum A beginnt.

Longes ist leicht zu finden. 700 m Asphalt parallel zur Autobahn und viel Verkehr. Vom Flugplatz sind es 15 Minuten zu Fuß zur Schnellbahn "RER". Mit dieser ist man in 30 Minuten in der Stadt. Der Platz ist vom Stadtzentrum nur 2 km weiter entfernt als Le Bourget.

Vor dem Rückflug suchen wir vergeblich jemanden, der die Landegebühren oder einen Flugplan entgegen nehmen will. Alles ist voll automatisiert. Für die Landegebühren (für 3 Tage 7,50 €) füllt man ein Formular aus mit der Kreditkartennummer und wirft dieses in einen Kasten. Für die Aufgabe des Flugplans steht ein kleiner Laptop bereit, mit dem wir uns erst vertraut machen müssen. Dabei geben wir dann versehentlich die Zeit bis zum Grenzübertritt als Gesamtflugzeit ein, so dass AIS Frankfurt schon nach einer 1 Stunde und 40 Min. in Marburg nachfragt, ob wir denn gelandet sind. Tatsächlich beträgt die Gesamtflugzeit 2 Stunden und 50 Minuten.

Übrigens: Anders als erwartet hat sich der Zoll für uns nicht interessiert, Schengen ist in Frankreich wohl jetzt auch angekommen.

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