Mit der Cessna D-ECLT nach Mallorca-Son Bonet (LESB) im Juli 2001von Hugo Mersch u. Ernst Martin, Juli 20011. Tag:Von EDFN über MTR - KRH - Baden-Oos - Lahr - Freiburg - Mulhause-Harbsheim - NDB HR - NDB BSV - Dijon (LfSD). Wir haben für Frankreich zwei Karten zur Auswahl und entscheiden uns für den Gebrauch der Jeppesen-Karten, die unseres Erachtens die Luftraumstruktur übersichtlicher darstellen als die farblich sehr ausdrucksstarken ICAO-Karten. Aus Sicherheitsgründen haben wir den Flug durch das Rheintal geplant. Da der Hinflug am Wochenende stattfindet, sind die französischen LF(R) und LF(D)-Lufträume durchweg inaktiv. Lediglich für LR(R) 103 A gibt der Bottlang hierzu keine eindeutige Auskunft, weshalb die Strecke über LFGB geplant wird. Dabei muß man in Kauf nehmen, den Luftraum Basel für eine kurze Strecke in einer Höhe unter 1000 ft unterfliegen zu müssen, was sich auf dem Hinflug allerdings nicht als notwendig erweist. Stuttgart übergibt uns an Basel Information und wir erhalten von dort die Genehmigung, weiter in FL 85 direkt HR anzufliegen. Nachdem wir uns kurz vor Auxonne bei Dijon-Tower gemeldet haben zeigt sich, daß das Einprogrammieren der Pflichtmeldepunkte in das GPS überflüssig war: "Runway 18 in use. Report field in sight". Dijon hat zwei große Pisten und wird offenbar zu 95 % militärisch genutzt. Es gibt nur einen "Ausgang" an der Schwelle der 18 zur GA. Dort ist der Service allerdings hervorragend. Man besorgt uns nicht nur ein Hotel sondern auch am nächsten Tag - ungefragt - die TAF's für die gesamte weitere Strecke. 2. Tag:Es geht durch das Rohne-Tal über NDB MO an Lyon über VOR-MTL - Beziers nach Ampuriabrava. Wir werden von Reimes-Information an Marseille-North Montpeillier und Perpignan weitergereicht und erhalten von dort dann die Aufforderung "Report boundary". Dann geht alles sehr schnell. Wir sind nur wenige Minuten bei Gerona Approach und verlassen dann die Frequenz, um uns in Ampuriabrava zu melden. Hier ist ein Fallschirmspringerparadies. Zwei große Absetzmaschinen sind ständig unterwegs und wir erhalten ein "cleared to land", während rechts und links neben der Piste noch die Springer herunterkommen. Nach Aufgabe des Flugplans, der für den Flug über das Meer erforderlich ist und Anlegen der Schwimmwesten geht es weiter über das VOR Bagur und von dort mit Südkurs nach Mallorca. Der Flug über das Wasser dauert 1 Stunde. Sobald wir die Küste hinter uns gelassen haben, werden wir an Barcelona Approach weitergegeben und sind dort für eine ganze Weile auf der gleichen Frequenz mit den großen Fliegern. Man akzeptiert die von uns gewünschte FL 65. Die letzten 20 Minuten müssen wir allerdings unter 4000 ft sinken. Der kontrollierte Luftraum über Mallorca ist in Sektoren mit unterschiedlichen Untergrenzen zwischen 4000 und 1000 ft eingeteilt. Unmittelbar nach Passieren der Küstenlinie (noch in 3000 ft, da die Berge dort zwischen 2500 und 4200 ft hoch sind) melden wir uns bei Palma Tower über Pflichtmeldepunkt N und werden sofort aufgefordert, weiter zu sinken bis unter 1000 ft AGL. Mallorca-Son Bonet war bis in die 60-er Jahre der einzige Flughafen der Insel, über den der gesamte Verkehr abgewickelt wurde. Er liegt unmittelbar am Rande der Kontrollzone des neuen Großflughafens. Es gibt nur eine Unicom-Frequenz, daß heißt, man startet und landet wie auf den meisten Plätzen der USA nach eigenem Ermessen, wobei man die jeweilige Position Downwind, Base und Final meldet und natürlich sorgfältig auf die Meldungen anderer startender oder landender Flieger achtet. Wir hatten gedacht, die ersten KVfL'er in Son Bonet zu sein, aber da hatten wir uns getäuscht, D-EIBI stand auf dem Vorfeld. Ein besonderes Erlebnis war dann einige Tage später ein "Inselrundflug". Auch hierfür muß man einen Flugplan aufgeben. Wir fliegen über dem Meer einmal rund um die Insel, zunächst in 4000, dann in 3000, dann in 2000 ft. Schließlich erhalten wir die Freigabe, den Endanflugsektor südlich von Palma über dem Wasser in einer Höhe von 1000 ft zu unterfliegen. Rückflug:Der Rückflug nach einer Woche ist genauso unproblematisch wie der Hinflug. Lediglich unmittelbar nach dem Passieren der Küstenlinie werden wir von Palma Tower aufgefordert, unter 1000 ft zu sinken, obwohl die Sektorenuntergrenze dort 4000 ft beträgt. Nachträglich meinen wir, daß wir dies nicht hätten akzeptieren müssen, denn nachdem wir hinter die Gebirgskette gesunken sind und in 1000 ft über das Meer fliegen, haben wir für eine Weile keinen Funkkontakt. Wetterbedingt können wir nach Dijon nicht mehr auf Flugfläche steigen und werden deshalb von Basel gebeten, im Anflugsektor des Flughafens ein wenig nach Norden auszuweichen und unter 1000 ft zu sinken. Dabei muß man sich kurz vor Muhlhause-Harbsheim melden, um das Überfliegen des Platzes anzuzeigen. Wir erhalten Gewittermeldungen für die südlichen Vogesen und den Schwarzwald und es zeigt sich, daß die Flugplanung durch das Rheintal die richtige Entscheidung war. Abgesehen von einem kurzen Regen, der aber auch die Sicht nicht unter 8 km sinken läßt, bleiben wir auch auf diesem letzten Teil der Strecke vom schlechten Wetter verschont. Gesamtflugzeit für eine Strecke: ca. 7,5 Stunden. |